Im Keller steht noch der alte Heizkörper vom letzten Umbau. Auf dem Dachboden türmen sich Kupferkabel vom Elektriker. Im Garten rostet ein Gartentor vor sich hin. Vielen Haushalten geht es so: Altmetall sammelt sich über Jahre an, ohne dass klar ist, was damit geschieht. Dabei lässt sich damit in vielen Fällen nicht nur Platz schaffen, sondern auch echtes Geld verdienen.
Welche Metalle sich lohnen und welche nicht
Nicht jedes alte Stück Metall hat denselben Wert. Der Unterschied zwischen Buntmetallen und Eisenschrott ist dabei entscheidend. Kupfer, Messing, Aluminium und Edelstahl erzielen deutlich höhere Ankaufspreise als normaler Stahlschrott oder Gusseisen.
Stand Mitte 2026 liegt der Kupfer-Ankaufspreis bei seriösen Händlern je nach Qualität zwischen 5,50 und 7,00 Euro pro Kilogramm. Messing bringt zwischen 2,80 und 4,20 Euro, Aluminium etwa 0,80 bis 1,40 Euro. Eisenschrott hingegen liegt oft nur bei 0,10 bis 0,25 Euro pro Kilogramm. Wer also zwanzig Kilogramm alte Kupferrohre loswerden möchte, kann damit leicht über 100 Euro erlösen. Zwanzig Kilogramm Stahlreste bringen dagegen kaum mehr als vier oder fünf Euro.
Typische Quellen für wertvolles Altmetall im Privathaushalt:
- Alte Heizkörper und Kupferleitungen aus Badsanierungen
- Defekte Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner
- Reste von Elektrokabeln (Kupferkern)
- Aluminiumfelgen und Fahrradrahmen
- Messingventile und alte Armaturen
- Gartenmöbel aus Stahl oder Aluminium
Schrottabholung oder selbst zum Händler fahren?
Es gibt grundsätzlich zwei Wege: Man bringt das Material selbst zu einem Schrotthändler oder lässt es abholen. Wer genug Material beisammen hat und einen Transporter organisieren kann, fährt oft besser damit, selbst hinzufahren. Die Preise sind in der Regel etwas höher, weil keine Abholkosten anfallen und man direkt verhandeln kann.
Ab einer bestimmten Menge lohnt sich die Abholung trotzdem. Viele Händler holen kostenlos ab, wenn der Schrottwert die Transportkosten übersteigt. Als grobe Faustregel gilt: Wer mehr als 200 Kilogramm Schrottmaterial hat oder schwere Gegenstände wie einen alten Kühlschrank oder einen ausrangierten Gasgrill loswerden möchte, sollte eine Abholung anfragen.
Ein regionaler Anbieter wie der Schrotthandel Rhein-Main nimmt sowohl Privat- als auch Gewerbekundenmengen an und bietet neben dem klassischen Ankauf auch Abholservice für größere Posten an. Das spart nicht nur Zeit, sondern erspart auch das Schleppen sperriger Teile.
Was rechtlich beachtet werden muss
Privatpersonen dürfen Altmetall aus dem eigenen Haushalt grundsätzlich verkaufen. Problematisch wird es, wenn Gegenstände mit gefährlichen Stoffen belastet sind. Kühlgeräte etwa dürfen nicht einfach beim Schrotthändler abgegeben werden, weil sie Kältemittel enthalten, die als Sondermüll gelten. Hier ist zunächst die Entsorgung des Kältemittels durch einen Fachbetrieb notwendig, bevor das Metallgehäuse als Schrott gilt.
Auch Batterien, Kondensatoren und Transformatoren aus älteren Geräten können Schadstoffe enthalten. Im Zweifel gilt: Elektrohändler und kommunale Wertstoffhöfe nehmen Elektroaltgeräte kostenlos zurück. Das ist seit der Überarbeitung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes sogar Pflicht für Händler ab einer bestimmten Ladenfläche.
Ein weiterer Punkt betrifft die Identitätspflicht. Seriöse Schrotthändler sind seit dem Novell des Kreislaufwirtschaftsgesetzes verpflichtet, die Identität von Verkäufern zu erfassen. Wer seinen Schrott verkauft, muss sich ausweisen. Das mag im ersten Moment ungewohnt wirken, ist aber eine direkte Maßnahme gegen den massiven Diebstahl von Kupferleitungen und Kanaldeckeln, der die Branche seit Jahren belastet.
Vorsicht vor unseriösen Abholern
Wer kennt es nicht: Ein Kleintransporter fährt langsam durch die Straße, auf einem Pappschild steht „Schrott und Metall kostenlos abholen“. Was harmlos klingt, hat in der Vergangenheit immer wieder für Probleme gesorgt. Manche dieser mobilen Sammler dokumentieren die Abholung nicht ordentlich, zahlen keine fairen Preise oder hinterlassen Material auf öffentlichen Flächen, wofür dann die Kommunen aufkommen müssen.
Besser ist es, auf registrierte Betriebe zu setzen, die eine Gewerbeanmeldung vorweisen können und einen offiziellen Verwertungsnachweis ausstellen. Das schützt auch den Verkäufer: Ohne Nachweis kann im Zweifelsfall nicht belegt werden, dass das Material ordentlich entsorgt wurde.
Preisvergleich lohnt sich
Die Ankaufspreise für Metalle schwanken mit den internationalen Rohstoffmärkten. Kupfer etwa reagiert stark auf Nachfrageschwankungen aus China und auf die Entwicklung der Elektromobilität. Wer nicht unter Zeitdruck steht, kann die Preise ein bis zwei Monate beobachten und dann verkaufen, wenn die Notierungen günstig stehen. Seiten, die täglich Schrottpreise veröffentlichen, helfen dabei zur Orientierung.
Eine einfache Übersicht der ungefähren Ankaufsklassen für 2026:
| Metallart | Ungefährer Ankaufspreis (€/kg) |
|---|---|
| Kupfer (blank) | 6,00 bis 7,00 |
| Kupfer (gemischt) | 5,00 bis 5,80 |
| Messing | 3,00 bis 4,20 |
| Aluminium | 0,80 bis 1,40 |
| Edelstahl | 0,50 bis 1,00 |
| Eisenschrott | 0,10 bis 0,25 |
Fazit: Lieber verkaufen als wegwerfen
Altmetall einfach im Sperrmüll zu entsorgen ist in den meisten Fällen die schlechteste Option. Wertvolle Buntmetalle landen dann in der allgemeinen Entsorgungskette, obwohl sie direkt weiterverwertet werden könnten. Das ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, da Metallrecycling im Vergleich zur Primärproduktion enorme Mengen Energie spart.
Wer seinen Keller entrümpeln will oder nach einer Renovierung auf Metallreste sitzt, sollte kurz sortieren, abwiegen und dann einen regionalen Schrotthändler kontaktieren. Mit etwas Planung lässt sich aus dem, was sich über Jahre angesammelt hat, ein echtes Zusatzeinkommen machen. Und der gewonnene Platz ist sowieso unbezahlbar.


